Bei der nachträglichen Kerndämmung wird die innerhalb einer zweischaligen Außenwand bestehende Luftschicht mit Steinwollegranulat verfüllt. Die Luftschicht sollte durchgehend sein, d.h. vom Fußpunkt (Sockel) bis zur Traufe eines Gebäudes in derselben Dicke durchgängig vorhanden sein und mindestens eine Dicke von 4 bis 8 cm haben.

 

 

Durch eine zugelassene Fachfirma erfolgt eine sorgfältige Sichtkontrolle der Hohlräume (Luftschicht) mittels eines Endoskops, z.B. durch Bohrungen in den Fugen der Vormauerschale.

Überprüft wird

  • die Durchgängigkeit der Luftschicht
  • Zahl und Zustand der vorhandenen Maueranker
  • die Funktionsfähigkeit der Feuchtigkeitssperren im Bereich der Zusammenführung der Windschalen und des Sockels
  • das Vorhandensein von Mörtelresten und Bauschutt insbesondere im Fußpunkt - eventuell können sie entfernt werden
  • der Zustand der Mörtelfugen der Außenwand
  • die Vormauerschale muss intakt und die Oberfläche muss diffusionsoffen (d.h. ohne dampfdichte Klinker bzw. Anstriche) sein.

Die Materialien für eine Kerndämmung müssen bauaufsichtlich zugelassen sein. Die Zulassung umfasst auch das von der Fachfirma anzuwendende Verarbeitungsverfahren.

 

Eingesetztes Material

Die zugelassenen Materialien sind nichtbrennbar, fäulnis- und witterungsbeständig, biolöslich, hydrophob, d.h. wasserabweisend.

Die Hohlschicht zwischen Vormauerschale und Mauerwerk wird mit Dämmmaterial aufgefüllt. Das Steinwollegranulat wird durch kleine Bohrungen von einem Meter Abstand - bei Sichtmauerwerk in den Fugen - eingeblasen. Im Anschluss an die Verfüllung der Bohrungen bleiben keine sichtbaren Veränderungen der Fassaden. Eine Genehmigung für die nachträgliche Kerndämmung durch die Bauaufsicht ist nicht erforderlich. Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit des hier dargestellten Steinwollegranulates beträgt λ = 0,038 W/m*K. 


Kerndämmung mit BLT 7 WLS 038

 


Kerndämmung mit BLT 7 WLS 038

Beispiel: Einfamilienhaus

Bei einem Einfamilienhaus Baujahr Mitte 70er Jahre ergibt sich ein Wert der Fassade von 1,2 W/m2K. Die Temperatur der Wandinnenoberfläche liegt bei 15,3 Grad. Wird die 7 cm Luftschicht mit Steinwollegranulat verfüllt, verbessert sich der U-Wert auf 0,26 W/m²K. Der laut EnEV vorgeschriebene U-Wert von 0,35 W/m2K wird somit weit unterschritten und damit erfüllt. Die Temperatur der Wandinnenoberfläche liegt dann bei 18,2 Grad Celsius.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern erfolgt das Verfüllen der Hohlschicht meist durch ein bis zwei Fachkräfte mittels einer Einblasmaschine.

 

Erläuterung: U-Wert

Ein Schlüsselwort für Energieeinsparung ist der Wärmedurchgangskoeffizient oder U-Wert (früher K-Wert). Dieser Wert gibt die in Watt (W) gemessene Wärmemenge an, die durch 1 m² Wandfläche in einer Stunde bei einer Temperaturdifferenz von 1 K (=1 C°) durchdringt. Je kleiner der Wert, umso besser ist die Wärmedämmeigenschaft der Wandfläche.

Anhand des U-Wertes lässt sich der Heizölverbrauch sehr leicht errechnen. Bei einem U-Wert von anfangs 1,2 W/m2K ergibt sich ein Heizölverbrauch von 12 Litern pro m2. Die weiter oben im Beispiel erläuterte Wärmedämmmaßnahme senkt somit den Heizölverbrauch auf 3,5 Liter pro m2 beheizte Fläche. Merke: U-Wert x 10 = Heizölverbrauch in Liter pro m2 beheizte Fläche.

Hier finden Sie einen U-Wert Rechner.

 

Vorteile der nachträglichen Kerndämmung mit Steinwollegranulat

Die nachträgliche Kerndämmung zweischaliger Mauerwerke mit Steinwollegranulat bietet viele Vorteile:

- hohe Wärme- und Schalldämmung

- die ursprüngliche Optik der Fassade bleibt erhalten

- kein Rieseln des Dämmstoffes und somit auch ein nachträglicher Fenster- und Türenaustausch möglich

- Kosten- und Zeitersparnis durch ein effektives Dämmsystem

- höchster Brandschutz durch Baustoffklasse A1

- vorhandene Bauteile werden genutzt & auf den modernsten Stand gesetzt

- keine langen Bauzeiten erforderlich

- bei normalen Einfamilienhäusern ist kein Baugerüst notwendig

  Kerndämmung mit Paroc BLT 7

 

Hier finden Sie vorformulierte Texte für Ausschreibungen:

Ausschreibungstexte für Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk